Jury
Über die Bewilligung der Fördermittelanträge entscheidet das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst auf Vorschlag einer unabhängigen Fachjury.
Die Jury setzt sich zusammen aus:
- berufenen Vertreter*innen vom Landesverband Freie Tanz- und Theaterschaffende Baden-Württemberg
- berufenen Vertreter*innen aus der Landesarbeitsgemeinschaft der Kulturinitiativen und soziokulturellen Zentren Baden-Württemberg
- berufenen Medienvertreter*innen.
- berufenen Vertreter*innen städtischer Kulturämter.
An den Jurysitzungen kann ein Vertreter des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst ohne Stimmrecht als Gast teilnehmen.
Jurykommentar 2/2026
„Viele Anträge waren auch in dieser Runde sehr vielschichtig, abwechslungsreich, relevant und mutig. Sie behandeln politische Themen, ohne plakativ zu sein, sorgen sich um unsere Gesellschaft. Auffällig ist wieder ein starker Tanz. Hier zeigt sich die Wirkung und Bedeutung von starken und langfristigen Förderstrukturen. Die Antragslage zeichnet jedoch auch ein dunkles Bild: Man spürt die fehlenden Gelder der klammen Kommunen und das Wegfallen eines essenziellen Standbeins der Freien Darstellenden Künste. An der Antragslage lassen sich die Auswirkungen der Kürzungen ablesen: Weniger Anträge und höhere Summen, die beim Land beantragt werden. Bereits jetzt ist die Förderquote in der Projektförderung und der Kulturellen Bildung sehr niedrig: nur 27 Prozent aller Anträge können gefördert werden. Bei gleichbleibendem Budget kann die Landesförderung diese Entwicklung nicht auffangen.
Die Sorge um Gemeinschaft, um Zusammenhalt und Demokratie findet sich in den Anträgen immer wieder. Sie zeigen, welch wichtige Sorgearbeit die Freie Szene für die Gesellschaft leistet und welch herausragende Rolle sie für den Erhalt und die Entwicklung unserer Demokratie leistet. Ohne ausreichende Finanzierung bricht dieser wichtige Pfeiler der (Stadt-)Gesellschaften weg. Das gilt es dringend zu verhindern.
Den Wunsch des letzten Kommentars nach mehr Reflexion übers Publikum kamen vielen Anträge nach: weiter so! Was überaus positiv auffällt ist die Weise, wie Themen in den Projekten verhandelt werden. Viele der beantragten Projekte nähern sich diesen in vielschichtiger Weise aus unterschiedlichsten Perspektiven und mit verschiedensten Mitteln.
Was häufig aber recht unkonkret bleibt ist eine Vision der Umsetzung eines Projekts. Wir wünschen uns Ausführungen, die die Vision und künstlerische Handschrift der beantragten Projekte greifbarer machen. Projekte anhand von zugrunde liegenden Theorien und philosophischen Konzepten zu bewerten ist als Jury besonders herausfordernd. Das Feld „Selbstdarstellung“ im Antragsportal sollte von den Antragstellenden noch mehr genutzt werden, um die künstlerische Praxis und Visionen zu beschreiben. Denkbar ist auch eine Beschreibung ausgewählter Projekte. Eine bloße Liste mit Titeln ist in unserer Juryarbeit leider wenig hilfreich, wenn man die Arbeiten nicht schon kennt. Für unsere Arbeit macht gutes Material zur Bewertung einen großen Unterschied. Lasst uns gerne Links auf öffentlich zugängliche Websites und Clouds zukommen, damit wir einen guten Eindruck bekommen, wer ihr seid und was eure Arbeit ausmacht.“
Mitglieder
Bio Sluzarek
Biografie
Bettina Sluzalek arbeitete nach dem Studium der Politikwissenschaft im Internationalen Theaterinstitut (ITI). Danach war sie an der Schaubühne am Lehniner Platz in Berlin tätig, von wo aus sie in das International Office des Globe Theaters in London wechselte. Von 2002 bis 2007 war sie Künstlerische Geschäftsführerin im Theaterhaus Stuttgart, von 2007 bis 2018 Mitglied der künstlerischen Leitung am radialsystem und sie leitete von 2013 bis 2015 das Mentoring-Programm des Performing Arts Program Berlin. Bis 2023 war sie Chefdramaturgin der Ludwigsburger Schlossfestspiele, jetzt arbeitet sie als freie Dramaturgin und Kuratorin für die Schlossfestspiele und andere Organisationen. Außerdem ist sie Mitglied in verschiedenen Jurys und Gremien, bis 2021 war sie Vizepräsidentin des Internationalen Theaterinstituts.
Christian Schönfelder
Dramaturg & Autor
Bio Schönfelder
Biografie
Christian Schönfelder ist Dramaturg, Autor, Dozent und Kurator, schwerpunktmäßig im Theater für junges Publikum. Er war zunächst (Sport-)Redakteur und studierte dann an der AdK Ulm Dramaturgie. Über das Stadttheater Heidelberg und das Nationaltheater Mannheim kam er zum Jungen Ensemble Stuttgart, wo er seit 2006 als Dramaturg arbeitet und bis 2022 Co-Leiter des internationalen Festivals Schöne Aussicht gewesen ist.
Sabrina Apitz
Kuratorin und Beraterin
Bio Apitz
Biografie
Nach dem Studium der Theaterwissenschaft, Kultur-und Sozialanthropologie und Kommunikationswissenschaft an der Freien Universität Berlin und der Universidad Católica del Perú ist sie als Projektkoordinatorin an der FU Berlin sowie freiberufliche Künstlerin und Kuratorin tätig. Sie ist Mitbegründerin des Berliner Theaterkollektivs EGfKA – Europäische Gemeinschaft für Kulturelle Angelegenheiten, das postdramatische und klassische Formen mit theoretischer Reflexion und politischer Haltung verbindet. Neben ihrer langjährigen künstlerischen Tätigkeit arbeitet sie als Projektkoordinatorin und Beraterin in der Kulturförderberatung von Kreativ Kultur Berlin, mit Schwerpunkten in den Darstellenden, digitalen und interdisziplinären Künsten sowie in soziokulturellen und Demokratie-Projekten. Zuvor war sie in der Ko-Leitung des Bereichs Information, Beratung und Qualifizierung des Performing Arts Programm (PAP) tätig. Sie war außerdem Lehrbeauftragte an der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) und ist als Kuratorin und Moderatorin für unter anderem Berliner Gazette, Bundeskulturstiftung, Transmediale und Wikimedia tätig.
Bio Vogel
Biografie
David Vogel setzt sich als Regisseur und Kunstvermittler mit generationsübergreifenden Formaten, biografischem Theater und Diversität in den darstellenden Künsten auseinander. Er studierte Theaterpädagogik an der Universität der Künste Berlin; weitere Stationen waren das GRIPS Theater, die Geheime Dramaturgische Gesellschaft sowie das freie Theater Tempus Fugit. Am Schauspiel Köln agiert er seit 2019 mit den Schwerpunkten künstlerische Theatervermittlung und Inszenierungsarbeiten mit Expertinnen des Alltags. Seit der Spielzeit 2021|22 leitet er die neu ausgreichtet Abteilung THEATER – STADT – SCHULE. Von 2019 bis 2025 war er künstlerischer Leiter des Seniorinnenensembles Oldschool, mit dem zahlreiche interdisziplinäre Produktionen im gesamten Stadtraum umgesetzt wurden. Ab 2025 realisiert er Projekte mit dem neu konzipierten Stadtensemble am Schauspiel Köln.
Olivia Ebert
Dramaturgin & Kuratorin
Bio Ebert
Biografie
Olivia Ebert, geboren 1986, studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft und Kunstgeschichte in Frankfurt am Main und in Aberystwyth/Wales. Während und im direkten Anschluss an das Studium arbeitete sie als Produktionsleiterin, Dramaturgin und Kuratorin, u.a. am Künstler*innenhaus Mousonturm, im europäischen Tanznetzwerk Aerowaves und als Teil von Independent Dance Frankfurt e.V. Nach einem Jahr als wissenschaftliche Mitarbeiterin der Theaterwissenschaft an der Universität Frankfurt übernahm sie gemeinsam mit Fanti Baum die Künstlerische Leitung des freien Theaterfestivals Favoriten 2018 und 2020 in Dortmund, und kuratierte das Theaterfestival Schwindelfrei 2020 in Mannheim. Von 2020 bis 2024 war sie Dramaturgin und Mitglied des Künstlerischen Leitungsteams von Barbara Mundel an den Münchner Kammerspielen. Seit November 2024 ist sie als Dramaturgin am Nationaltheater Mannheim tätig.
Laila Koller
Strategische Soziokulturplanerin
Bio Koller
Biografie
Laila Koller arbeitet in der Geschäftsstelle der LAKS Baden-Württemberg als „Strategische Soziokulturplanerin“ und widmet sich somit der kulturpolitischen Weiterentwicklung der Soziokultur. Sie ist eine der Sprecherinnen der Landesgruppe Baden-Württemberg der Kulturpolitischen Gesellschaft (KupoGe). Zudem war Laila Koller 26 Jahre im E-WERK Freiburg tätig, war stellvertretende Leiterin im künstlerischen Bereich und Festivalkuratorin. Sie hat Germanistik und Soziologie studiert, ihr besonderes Augenmerk liegt auf gesellschaftspolitischen Fragen, der Diversität, dem Tanz in der Freien Szene sowie interdisziplinären Projekten.
Dr. Bettina Schulte
Freie Journalistin
Bio Schulte
Biografie
Nach einem mit der Promotion abgeschlossenen Studium der Germanistik, Romanistik, Philosophie und Soziologie in Marburg und Freiburg war Bettina Schulte zunächst als freie Autorin, dann 24 Jahre lang als Redakteurin für das Kulturressort der Badischen Zeitung tätig. Sie war dort für Theater, Literatur und Tanz zuständig. Sie war Mitglied in zahlreichen Jurys, unter anderem beim Innovationsfonds des Stuttgarter Ministeriums für Kunst und Wissenschaft. Sie lebt in St. Peter bei Freiburg als freie Journalistin und Autorin.
Carmen Fahlbusch
Kulturmanagerin & Projektleiterin
Bio Fahlbusch
Biografie
Carmen Fahlbusch ist Kulturmanagerin und Projektleiterin bei der Stadt Ettlingen. Nach ihrem Studium der „Kultur- und Medienbildung“ (B.A.) und „Kulturmanagement“ (M.A.) in Ludwigsburg arbeitete sie im Organisationsteam beim „COLOURS International Dance Festival“ am Theaterhaus Stuttgart sowie freiberuflich im Bereich der Kulturpublikumsforschung mit Befragungsprojekten in Kooperation mit dem Württembergischen Landesmuseum Stuttgart, Kulturevaluation Wegner und der Agentur Kulturgold. Von 2019 bis 2022 war sie zuständig für das Marketing des Theater Pfütze, (Musik-)Theater für junges Publikum in Nürnberg. Seit 2023 ist Carmen Fahlbusch im kommunalen Kulturmanagement tätig, zunächst bei der Stadt Achern. Seit 2024 ist sie bei der Stadt Ettlingen verantwortlich für die Planung und Umsetzung der Veranstaltungsreihe „Kultur Live“, das „WatthaldenFestival“ und weitere Sonderprojekte der Stadt Ettlingen. Im Jahr 2025 war sie Projektleiterin der 42. Baden-Württembergischen Literaturtage in Ettlingen.
Florian Mittelhammer
Kulturmanager & Kurator
Bio Mittelhammer
Biografie
Florian Mittelhammer ist seit 2026 stellvertretender Leiter des Freilichtmuseums Beuren und dort für die Bereiche Forschung und Vermittlung verantwortlich. Er studierte Philosophie, Kulturwissenschaft und Kulturmanagement in Tübingen und Ludwigsburg und war währenddessen am Goethe-Institut in Chennai, Indien, sowie am Deutschen Literaturarchiv Marbach tätig.
Von 2017 bis 2024 arbeitete er im Kulturamt der Stadt Tübingen, wo er sechs Jahre lang die Förderbereiche Literatur, Tanz und Theater betreute, Kunst- und stadtgeschichtliche Ausstellungen kuratierte und die Tübinger Beiträge zum Hölderlin-Jubiläumsjahr 2020 koordinierte. Bis 2025 leitete er das Museum Hölderlinturm.
Tanja Jäckel
Tanz- und Theaterpädagogin | Regie & Choreografie | Interkulturelle Projektarbeit
Bio Jäckel
Biografie
Tanja Jäckel, 1968 in Nürnberg geboren, gilt durch ihre langjährige Erfahrung in der kulturellen Bildungsarbeit als wichtige Multiplikatorin im Bereich partizipativer und interdisziplinärer Theater- und Tanzpädagogik. Sie entwickelt kontinuierlich neue thematische und methodische Ansätze, insbesondere für interkulturelle, inklusive und diversitätssensible Projektarbeit mit Kindern und Jugendlichen. Dabei verbindet sie künstlerische Praxis mit gesellschaftlichen Fragestellungen und schafft Formate, die Teilhabe, Empowerment und kreative Selbstwirksamkeit fördern. Sie studierte an der School of Media, Film and Performing Arts in Sydney mit Schwerpunkt Bühnenpädagogik sowie an der Schule für Tanz, Theater und Gestaltung, wo sie als Diplom-Tanzpädagogin abschloss. Seit 2007 arbeitet sie als selbständige Tanz- und Theaterpädagogin am Theater Konstanz. Dort leitet sie Theater- und Tanztheaterclubs und inszeniert zahlreiche Kinder- und Jugendstücke sowie Tanztheaterproduktionen. Darüber hinaus ist sie an Schulen und sozialen Institutionen in partizipativen Theaterprojekten zur Vermittlung kultureller Bildung tätig. Seit 2013 ist sie zudem Projektmanagerin bei Hope Human Rights e. V. und realisiert als Regisseurin und Choreografin internationale Theater- und Tanzprojekte – unter anderem in Südafrika, Togo und Tansania. Seit 2020 leitet sie das interkulturelle Tanztheaterensemble von HOPE in Kooperation mit dem Theater Konstanz. Die Schaffung sicherer und verantwortungsvoller künstlerischer Arbeitsräume für junge Menschen versteht sie als fortlaufende Entwicklungs- und Reflektionsaufgabe. In diesem Zusammenhang war sie unter anderem an der Entwicklung des Kinderschutzkonzeptes des Kulturamts für kulturelle Bildungsprojekte beteiligt.