„Aus allen Teilen des Landes kamen qualitativ sehr hochwertige Anträge aus den verschiedensten Sparten und Perspektiven der Darstellenden Künste. Die beantragten Projekte sind in vielerlei Weise politisch und gesellschaftsbezogen. Sie sind geprägt von der Frage nach dem Zusammenleben – und fragen nach Gemeinschaft, Kooperation und Respekt. Zudem lässt sich ein verstärktes Interesse der Bildung neuer Netzwerke und an intergenerationalem Austausch beobachten. Auch freut uns sehr, dass die Diversität der Künstler*innen von Jahr zu Jahr weiter zunimmt.
Auffallend ist die starke Lebendigkeit der Szene: Es gibt junge Künstler*innen, die in ihrem Wirken bereits sehr weit fortgeschritten sind sowie lange tätige Gruppen, die nicht davor zurückschrecken, Experimente zu wagen. Besonders stark zeigt sich der Tanz – sowohl in den Zahlen als auch der Qualität. Der Großteil der Anträge stammt aus den Ballungszentren, weniger stark vertreten ist in dieser Runde leider der ländliche Raum. Das mag auch daran liegen, dass es sich im ländlichen Raum noch um eines schwieriger gestaltet, Möglichkeiten zur Kofinanzierung zu finden als (zumindest bislang) in den großen Kommunen.
Was beim Lesen vieler Anträge deutlich wird: Wie stark sich die konkreten oder drohenden Kürzungen auf kommunaler Ebene auf die Künstler*innen auswirken. Existenzielle Sorgen sind omnipräsent, auch wenn diese nicht explizit genannt werden.
Als Jury wünschen wir uns ausführlichere und konkretere Beschreibungen der künstlerischen Umsetzung der beantragten Projekte. Häufig werden vorrangig inhaltliche Konzepte mit ähnlichen Begriffen beschrieben, was es besonders herausfordernd macht, die Anträge zu bewerten. Wir wünschen uns auch mehr Reflexion über das Publikum, das die Künstler*innen mit ihren Vorhaben ansprechen möchten. Für wen wird produziert und warum?
Die vielen Anträge sind auf einem qualitativ sehr hohen Niveau. Aus diesen auszuwählen war keine leichte Aufgabe. Besonders hart trifft dies die Konzeptionsförderung mit nur zwei freien Plätzen. Weit mehr Anträge wären förderwürdig gewesen. Einen Ausbau von mehrjährigen Förderlinien, wie der Konzeptionsförderung wäre wünschenswert, um mehr nachhaltiges Arbeiten zu fördern.“
Die Jury besteht aus Dr. Bettina Sluzalek (Dramaturgin & Kuratorin), Christian Schönfelder (Dozent & Kurator), Sabrina Apitz (Kuratorin & Beraterin), Olivia Ebert (Dramaturgin & Kuratorin), Laila Koller (Strategische Soziokulturplanerin) und Dr. Bettina Schulte (Freie Journalistin). David Vogel (Theatervermittler & Regisseur) fiel leider krankheitsbedingt aus.
Die Jury wählte für die Projektförderung 36 von 114 eingereichte Anträgen aus. Für die Konzeptionsförderung waren es 2 von 18 eingereichte Anträgen sowie für die Förderung Regionale Festivals 6 von 10 eingereichte Anträgen.
Hier können die Projekte eingesehen werden: