Theater Carnivore
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Mit Theater von Ort zu Ort
Theater braucht kein festes Haus. Davon ist das Theater Carnivore überzeugt. Seit 2015 zieht die Wanderbühne von Florian Kaiser mit ihrer mobilen Spielstätte von Ort zu Ort und verwandelt Wiesen, Innenhöfe, Weingüter und andere ungewöhnliche Orte in Bühnen für besondere Theatererlebnisse.
Damit knüpft das Ensemble an eine jahrhundertealte Tradition an und bringt Theater dorthin, wo Menschen zusammenkommen – auch zu denen, die sonst vielleicht nur selten mit darstellender Kunst in Berührung kommen.
Die Kunst der Wanderbühne
Mit seiner Wanderbühne interpretiert das Theater Carnivore traditionelle Theaterformen auf seine ganz eigene Weise neu. Es vereint körperliches Theater mit Pantomime, Commedia dell'arte, Akrobatik und Tanz sowie mit Masken-, Figuren-, Objekt-, Sprech- und Erzähltheater. Sogar das fast vergessene Kartoffeltheater gehört zum Repertoire. Im Mittelpunkt steht dabei immer der Mensch mit seiner Körperlichkeit, seiner Stimme und seiner Fantasie. Selbst der Name „Carnivore“ verweist auf diesen künstlerischen Ansatz: Er geht auf einen Beinamen des griechischen Gottes Dionysos zurück und schlägt damit eine Brücke zu den Ursprüngen des Theaters und seiner langen Tradition wandernder Bühnen.
2026 stehen unter anderem „Das Eselein“, „Der Teufel mit den drei goldenen Haaren“, „Die Kartoffeln des Großvaters“ und „Romeo und Julia – ein Kartoffeltheater“ auf dem Spielplan. Gespielt wird das ganze Jahr über im Repertoirebetrieb. So bleibt die Wanderbühne ständig in Bewegung und bringt ihre Produktionen immer wieder an neue Orte.
Gemeinsam für die Freie Szene
Warum ist das Theater Carnivore Mitglied im LaFT BW? Für Florian Kaiser ist die Antwort eindeutig: Freie Theater brauchen eine starke gemeinsame Stimme. Der Verband vertritt ihre Interessen gegenüber Politik und Verwaltung, berät in wichtigen Fragen und schafft Strukturen, die den Arbeitsalltag freier Künstler*innen erleichtern. Besonders schätzt das Theater die fachliche Beratung sowie die Unterstützung bei Fördermöglichkeiten. Gleichzeitig macht Florian Kaiser Mut, Förderanträge nicht vorschnell mit dem Gedanken „Da passen wir eh nicht rein“ auszuschließen, sondern die eigenen Ideen selbstbewusst einzureichen.
Ein Blick nach vorn
Für die Zukunft wünscht sich Theater Carnivore mehr Anerkennung für die Vielfalt freier Theater und bessere Rahmenbedingungen für ihre Arbeit. Gerade kleine Theaterstrukturen leisten seit Jahrzehnten wertvolle kulturelle Arbeit und erreichen Menschen weit über klassische Spielstätten hinaus. Damit das so bleibt, braucht es langfristige Perspektiven und eine Freie Szene, die ihre Stärken sichtbar macht und gemeinsam für ihre Anliegen eintritt.