VestAndPage
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Performancekunst zwischen Körper und Ort
VestAndPage ist ein Künstlerduo, bestehend aus der deutschen Performancekünstlerin Verena Stenke und dem venezianischen Künstler und Schriftsteller Andrea Pagnes. Seit 2006 arbeiten sie international zusammen. Was ihre Arbeit auszeichnet, ist die Verbindung von Performancekunst, Film, Forschung und kuratorischer Praxis.
Ihr Alleinstellungsmerkmal beschreiben VestAndPage als kontextgebundene Performancepraxis: verkörperte Erfahrung trifft auf ortsbezogene Recherche und kollektive Imagination. Kunst ist für sie dabei auch eine soziale Praxis und eine Form von Erkenntnis, die man körperlich und situativ erlebt.
Orte als Ausgangspunkt der Arbeit
Ein zentraler Ausgangspunkt ihrer Arbeit ist der Ort selbst. VestAndPage gehen nicht an einen Ort, um einfach eine Geschichte zu erzählen. Sie gehen dorthin, um seine Geschichte zu finden.
Landschaften, Gebäude oder historische Schauplätze werden zu Ausgangspunkten ihrer künstlerischen Recherche. VestAndPage arbeiten mit dem Körper als zentralem Medium und fragen danach, welche Erinnerungen und Erfahrungen in Landschaften, Architekturen und sozialen Räumen eingeschrieben sind. In diesem Zusammenspiel von Körper, Umgebung und Situation entstehen Projekte zwischen Performancekunst, Film und Installation.
Dabei interessiert das Duo besonders, welche Spuren ein Ort trägt und wie sich diese durch künstlerische Praxis erfahrbar machen lassen.
Ihre Projekte führen sie an die unterschiedlichsten Schauplätze. Arbeiten entstanden unter anderem in antarktischen Landschaften, militärischen Enklaven, prähistorischen Höhlen und urbanen Räumen.
Aktuelles Projekt
Das aktuelle Projekt von VestAndPage trägt den Titel Visiting the Spectres of Tuberculosis at Immune Places. In diesem künstlerischen Forschungsprojekt untersuchen sie historische Orte der europäischen Heilstättenbewegung. Durch künstlerische Interventionen an ehemaligen Sanatorien verbinden sie Recherche vor Ort mit körperlicher Erfahrung. So machen sie die medizinischen, politischen und affektiven Nachwirkungen von Krankheit künstlerisch erfahrbar.
Engagement für die Freie Szene
VestAndPage sind Mitglied im LaFT BW, weil sie die strukturbildende Rolle des Verbands für die Freien Darstellenden Künste schätzen. Für sie ist der Verband eine wichtige kulturpolitische Stimme und ein zentraler Akteur für nachhaltige Kulturpolitik und faire Produktionsbedingungen.
Für die Zukunft wünschen sie sich eine Freie Theaterszene, die offen, vernetzt und experimentell arbeiten kann. Dazu gehören aus ihrer Sicht insbesondere verbindliche Mindesthonorare, langfristige Förderstrukturen und Unterstützung für transdisziplinäre Arbeitsweisen, die nicht ausschließlich produktionsorientiert funktionieren, sondern auch prozessuale und kontextbezogene Projekte ermöglichen.