Der kleine schwarze Fisch

Zum Stück

 

Der Freiheitsdrang, der Zauber und die Verlockung des Abenteuers, die Begegnung mit der Gefahr, die Suche nach neuen Welten sind Motor und Leitmotiv der Handlung.

 

Davor wird der Kleine Schwarze Fisch aber auch gewarnt: von den Eltern, Geschwistern, den Erwachsenen, den Freunden. Aber er lässt sich nicht beirren.

 

Anfänglich noch kindlich naiv wächst er an seinen Erfahrungen und riskiert mutig sein Leben. Das ist spannend, eine Metapher für das Erwachsenwerden. Grausam und nicht süßlich, aber nie ohne Hoffnung.

 

„Große“ Zuschauer können darin noch mehr darin finden: die Kriege, die Zwistigkeiten, die Auseinandersetzungen, die Menschen zu Feinden werden lassen. Daraus erwächst aber auch die Sehnsucht nach Versöhnung, nach dem Frieden und der Erkenntnis, dass die Gegensätzlichkeiten überbrückbar sind und eine Chance zur Veränderung bieten.

 

Damit erfüllt Kultur, und speziell in der Verbindung von Musik und Theater, einen ihrer Hauptaufträge. Nicht suggestiv, polemisch, sondern fein und subtil gilt es dies einmal mehr neu zu entdecken.

 

 

Zum Autor

 

Samad Behrangi wurde 1939 in Tabriz, Aserbaidschan in ärmlichen Verhältnissen geboren. Nach dem Studium arbeitete er als Lehrer in kleinen, abgelegenen Dörfern. Dabei rief er immer wieder zu sozialen und politischen Reformen auf und forderte die Verbannung von Staatspropaganda aus den Grundschullehrbüchern. Er würde nicht müde auf die katastrophalen Schulverhältnisse gerade auf dem Land hinzuweisen. Seine Kritik ließ jedoch auch das Regime des Shah nicht aus. Mehrmals wurde Behrangi strafversetzt.

 

Seine Werke erreichten eine außergewöhnliche Popularität, die sich nach seinem Tod im Alter von 29 Jahren sogar noch steigerte.

 

Angeblich soll er bei einem Badeunglück ertrunken sein. Da jedoch Trockenzeit war, der Fluss in Teheran kaum Wasser führte und Behrangi ein ausgezeichneter Schwimmer war, deutet vieles auf ein Attentat der SAVAK, die Geheimpolizei des Shah, hin.

Author

- Theater Tempus fugit e.V.