Mit großer Sorge beobachten wir die geplanten Kürzungen im Kulturhaushalt der Stadt Stuttgart. Sie treffen insbesondere die Freie Szene und gefährden zentrale Strukturen, die über Jahre hinweg aufgebaut wurden. Aber nicht nur Stuttgart ist betroffen, auch viele andere Kommunen im Land.
Mit großer Sorge beobachten wir die geplanten Kürzungen im Kulturhaushalt der Stadt Stuttgart. Sie treffen insbesondere die Freie Szene und gefährden zentrale Strukturen, die über Jahre hinweg aufgebau wurden. Die FTTS ist dabei nicht nur ein lokaler Akteur, sondern ein Impulsgeber mit überregionaler Bedeutung. Ihre Geschäftsstelle, ihre Förderverwaltung, ihre Netzwerkarbeit und ihre kulturpolitische Präsenz sind für die Sichtbarkeit und Weiterentwicklung der Freien Darstellenden Künste in Stuttgart unverzichtbar. Die drohenden Kürzungen, die den jurierten Förderfond Theater und Tanz und die Abspiel- und Wiederaufnahmeförderung der Stadt Stuttgart betreffen, destabilisieren die gesamte Szene.
Diese Entwicklung betrifft nicht nur Stuttgart, sondern zahlreiche Kommunen in Baden-Württemberg: Projektmittel werden gestrichen, Haushaltsentscheidungen verzögern sich und bereits gesicherte Strukturen drohen zusammenzubrechen. Die wirtschaftliche Lage vieler freischaffender Künstler*innen ist prekär. Die Kürzungen im Kultursektor bedeuten neben dem Schwinden künstlerischer Angebote somit auch einen realen Verlust etlicher Arbeitsplätze. Die Freie Szene steht unter massivem Druck, obwohl sie einen unverzichtbaren Beitrag zur kulturellen Vielfalt, gesellschaftlichen Teilhabe und wirtschaftlichen Wertschöpfung leistet. Ihr kommt folglich eine hohe ökonomische Bedeutung zu, die in ihrer Relevanz nicht missachtet werden darf, sondern in ihrer Wahrnehmung gestärkt werden muss.
Der LaFT BW vertritt über 200 freie Theatergruppen und -ensembles mit all ihren Künstler*innen im Land und vergibt jährlich rund 1,8 Millionen Euro Landesfördermittel an die Freie Szene. Wir wissen, wie entscheidend stabile kommunale Strukturen für die Wirksamkeit und Nachhaltigkeit der Landesförderung sind. Die FTTS ist ein Beispiel von vielen für eine solche Struktur und muss erhalten und gestärkt werden. Die Freie Szene darf nicht zum strukturellen Verlierer der Haushaltskonsolidierung werden. Ihre Arbeit ist kein zusätzliches Extra, sondern ein unverzichtbarer Bestandteil einer lebendigen, vielfältigen und zukunftsfähigen Kulturlandschaft – in Stuttgart und im ganzen Land.
Wir stehen solidarisch an der Seite der FTTS sowie der gesamten Freien Szene und werden uns auch weiterhin auf Landesebene für angemessene und zukunftsfähige Förderstrukturen einsetzen. Wir machen uns stark für eine Kulturpolitik, die Vielfalt und Teilhabe dauerhaft sichert.