Unsere Projektjury gibt zum bereits zweiten Mal ein gemeinsames Feedback zu den Anträgen der letzten Förderrunde für Projektförderung und Förderung Kulturelle Bildung:
„Viele Anträge waren auch in dieser Runde sehr vielschichtig, abwechslungsreich, relevant und mutig. Sie behandeln politische Themen, ohne plakativ zu sein, sorgen sich um unsere Gesellschaft. Auffällig ist wieder ein starker Tanz. Hier zeigt sich die Wirkung und Bedeutung von starken und langfristigen Förderstrukturen. Die Antragslage zeichnet jedoch auch ein dunkles Bild: Man spürt die fehlenden Gelder der klammen Kommunen und das Wegfallen eines essenziellen Standbeins der Freien Darstellenden Künste. An der Antragslage lassen sich die Auswirkungen der Kürzungen ablesen: Weniger Anträge und höhere Summen, die beim Land beantragt werden. Bereits jetzt ist die Förderquote in der Projektförderung und der Kulturellen Bildung sehr niedrig: nur 27 Prozent aller Anträge können gefördert werden. Bei gleichbleibendem Budget kann die Landesförderung diese Entwicklung nicht auffangen.
Die Sorge um Gemeinschaft, um Zusammenhalt und Demokratie findet sich in den Anträgen immer wieder. Sie zeigen, welch wichtige Sorgearbeit die Freie Szene für die Gesellschaft leistet und welch herausragende Rolle sie für den Erhalt und die Entwicklung unserer Demokratie leistet. Ohne ausreichende Finanzierung bricht dieser wichtige Pfeiler der (Stadt-)Gesellschaften weg. Das gilt es dringend zu verhindern.
Den Wunsch des letzten Kommentars nach mehr Reflexion übers Publikum kamen vielen Anträge nach: weiter so! Was überaus positiv auffällt ist die Weise, wie Themen in den Projekten verhandelt werden. Viele der beantragten Projekte nähern sich diesen in vielschichtiger Weise aus unterschiedlichsten Perspektiven und mit verschiedensten Mitteln.
Was häufig aber recht unkonkret bleibt ist eine Vision der Umsetzung eines Projekts. Wir wünschen uns Ausführungen, die die Vision und künstlerische Handschrift der beantragten Projekte greifbarer machen. Projekte anhand von zugrunde liegenden Theorien und philosophischen Konzepten zu bewerten ist als Jury besonders herausfordernd. Das Feld „Selbstdarstellung“ im Antragsportal sollte von den Antragstellenden noch mehr genutzt werden, um die künstlerische Praxis und Visionen zu beschreiben. Denkbar ist auch eine Beschreibung ausgewählter Projekte. Eine bloße Liste mit Titeln ist in unserer Juryarbeit leider wenig hilfreich, wenn man die Arbeiten nicht schon kennt. Für unsere Arbeit macht gutes Material zur Bewertung einen großen Unterschied. Lasst uns gerne Links auf öffentlich zugängliche Websites und Clouds zukommen, damit wir einen guten Eindruck bekommen, wer ihr seid und was eure Arbeit ausmacht.“
Die Jury wählte für die Projektförderung und die Förderung Kulturelle Bildung 27 von 100 eingereichte Anträgen aus. Das entspricht einer Förderquote von 27%.