Seit Beginn steht 6 Tage Frei für Sichtbarkeit, Vernetzung und solidarische Produktionsweisen innerhalb der Freien Szene in Baden-Württemberg. Die Entscheidung, das Festival trotz drastisch gekürzter Mittel fortzuführen, ist bewusst getroffen worden: als Zeichen der Kontinuität und als kulturpolitisches Statement gegen den schleichenden Rückzug öffentlicher Förderung aus der freien Kunst- und Kulturlandschaft.
Auch in der komprimierten Ausgabe bleibt das Festival seinem Profil treu. Ein Kuratorium aus Fachpersonen verschiedener Genres hat aus insgesamt 112 Bewerbungen eine Auswahl von acht Produktionen und zwei Residenzen getroffen, die exemplarisch für die künstlerische Qualität, ästhetische Bandbreite und Relevanz der Freien Darstellenden Künste in Stuttgart und Baden-Württemberg stehen. Maßgeblich für die Auswahl waren unter anderem künstlerische Qualität, Risikobereitschaft, strukturelle Wirkung, Diversität sowie nachhaltige Produktionsbedingungen.
Eingeladen sind folgende Künstler*innen und Gruppen:
- O-Team (Stuttgart) mit der immersiven Langzeitperformance NACHTSTÜCK N°8
- SoBo Productions / Darja Reznikova und Sade Mamedova (Mannheim) mit dem zeitgenössischen Tanzstück M | Я
- Nana Hülsewig (Stuttgart) mit der performativen Installation ICONIC – Goldene Stunden einer Künstlerin
- Eva Krause (Freiburg) mit dem Physical-Theatre-Solo INTERR_OPTIONS
- River Roux (Berlin / Heilbronn) mit der radikal körperpolitischen Performance JUICE
- Laura Oppenhäuser (Stuttgart) mit der performativen Recherche SANCTUS DOMINUS TAURUS
- Cia Nadine Gerspacher (Teningen) mit dem Tanzduett BirdsLAND
- Tyler Cunningham & Emilia Dorr (Stuttgart) mit der Performance HANDS UP
Für die Residenz wurden ausgewählt:
- Lina Dettermann & Jette Schwabe (Karlsruhe) mit der Recherche im öffentlichen Raum ERIKAS TÖCHTER
- Shibui Collective (Freiburg) mit dem Bewegungs-Workshop TANZ MIT PARKINSON und einer Keynote SHARING OUR PRACTICE
Die Auswahl vereint etablierte wie jüngere künstlerische Positionen, unterschiedliche Produktionszusammenhänge sowie urbane und regionale Perspektiven. Sie macht deutlich: Die Freien Darstellenden Künste sind kein verzichtbarer Luxus, sondern ein zentraler Bestandteil einer offenen, streitbaren und demokratischen Gesellschaft.