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Wir sind der Landesverband Freie Tanz- und Theaterschaffende Baden-Württemberg e.V.
- die Interessensvertretung der Freien Tanz- und Theaterschaffenden. Wir repräsentieren die Vielfalt der Darstellenden Künste Baden-Württembergs. Wir stehen für die Belange der Darstellenden Künste aller Sparten ein.
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Förderung
Nächste Ausschreibungsfristen: 15.05.2026
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Die Grünen räumen der Kultur in ihrem Wahlprogramm am meisten Raum ein (gemessen an der Wortzahl). Diese Spitzenposition ist aber mit Vorsicht zu genießen: Als amtierende Regierungspartei nutzt sie das Wahlprogramm auch, um ausführlich auf umgesetzte Projekte zu verweisen. Nichtsdestotrotz äußert sich die Partei ausführlich und mit konkreten Ideen zu Belangen der Kultur. Auch SPD und Linke widmen der Kultur viel Platz mit greifbaren Ideen. Die FDP hat auch konkrete Ideen, hält sich dabei aber recht kurz. Bei der CDU findet sich noch weniger zu Kultur. So ist erst auf Seite 91 von insgesamt 108 Seiten von Kulturpolitik zu lesen. Sie wollen einen Kulturplan 2036 aufstellen, konkrete Ideen dazu finden sich im Wahlprogramm aber nicht. Die AfD schreibt am wenigsten zur Kultur. Das ist zwar auch dadurch zu erklären, dass sie manchen Aspekten wie der Filmförderung eigene Kapitel widmen, die hier nicht mitgezählt wurden. Aber: Das Wahlprogramm ist auch mit 132 Seiten das längste der verglichenen Wahlprogramme. Das macht den Mangel an Kultur darin noch auffälliger.
Grüne, SPD und Linke erkennen die Freien Darstellenden Künste in ihren Wahlprogrammen an und erwähnen sie explizit. Die FDP nennt sie nicht explizit, bezieht sich allerdings auf eine Stärkung "innovativer Kulturansätze", womit die Freie Szene impliziert sein könnte. CDU wie auch die AfD beziehen sich nicht auf die Freien Darstellenden Künste.
Als kulturpolitische Leitbilder nennen alle untersuchten Parteien, außer der AfD, Demokratieförderung, gesellschaftlichen Zusammenhalt oder Debatte. Dabei setzen sie allerdings unterschiedliche Schwerpunkte:
- die CDU nennt Kultur nationale Identität und Heimat sowie Bewahrung gewachsener Strukturen
- Die Grünen nennt Kultur als Zukunfts- und Standortfaktor
- Die SPD nennt Kultur als Mittel zur öffentlichen Daseinsvorsorge
- Die Linke nennt Kultur soziales Grundrecht
Die AfD setzt hingegen auf Kulturpolitik im Sinne nationaler Identität und den Ausschluss konträrer Positionen im Namen der Kunstfreiheit.
Die Standpunkte zu den Freien Darstellenden Künsten unterscheiden sich deutlich:
❌ Die CDU legt den Fokus auf institutionelle Kultur und gewachsene Strukturen. Besonderes Augenmerk gilt Breitenkultur und Ehrenamt.
✔️ Die Grünen will eine Stärkung der Freien Darstellenden Künste und eine strukturell bessere Förderung
❌ Die AfD legt ihren Fokus auf Breitenkultur und Tradition im Sinne nationaler Identität. Inhaltlich lehnt sie einen großen Teil der Freien Darstellenden Künste ab: so sollen bestehende Förderungen gestrichen werden, wenn sie "ideologiepolitisch motiviert" seien.
✔️ Die SPD will eine Stärkung der Freien Darstellenden Künste sowie aller freischaffenden Künstler*innen
✔️ Die Linke will eine Stärkung der Freien Darstellenden Künste und fordert Mitspracherechte für Künstler*innen in der Kulturpolitik
✔️/❌Die FDP sieht die Freien Darstellenden Künste als Treiber von Innovation, will aber weniger dauerhafte Strukturen und mehr Flexibilität in der Förderung
Bei den Standpunkten zur sozialen Lage von Künstler*innen teilen sich die Parteien in zwei Lager: In die Parteien die explizite Verbesserungen fordern und in die Parteien, die sie nicht erwähnen.
❌Für die CDU ist die soziale Lage kein Thema, der Fokus der Kulturpolitik liegt auf den Strukturen
✔️ Die Grünen fordern faire Honorare, bessere Arbeitsbedingungen und verlässlichere Förderstrukturen
❌ Für die AfD ist die soziale Lage kein Thema, ihre Kulturpolitik ist motiviert von der Durchsetzung eigener und dem Ausschluss konträrer Positionen
✔️ Die SPD will eine Verbesserung von Honoraren und der sozialen Absicherung von Künstler*innen
✔️ Die Linke fordert Honoraruntergrenzen, bessere soziale Absicherung und armutsfeste Arbeitsbedingungen
❌ Für die FDP ist die soziale Lage kein Thema, der Fokus der Kulturpolitik liegt auf Effizienz und Bürokratieabbau
Anmerkungen
* Die Reihenfolge der Parteien in den Grafiken ist angelehnt an aktuelle Hochrechnungen (Stand: 19.02.2026, Infratest dimap), außer bei der Grafik zum Raum für Kultur in den Wahlprogrammen, dort basiert die Rangfolge der Parteien auf der Häufigkeit des Begriffs „Kultur“ in den jeweiligen Wahlprogrammen.
** Die Kapitel zur Medienpolitik in den jeweiligen Wahlprogrammen wurden nicht berücksichtigt
Unser Förderjahr 2025
1. Förderung geht viel in Zentren, aber: auch der ländliche Raum ist stark vertreten.
Viel Förderung geht in die Metropolen, die gleichzeitig Zentren der Freien Darstellenden Kunst sind. Überraschenderweise liegt Freiburg mit 34 Projekten vor Stuttgart mit 32 Projekten. Mit ein wenig Abstand folgt dann Mannheim mit 19 Projekten.Insgesamt ist die Förderung aber räumlich gut verteilt: ein großer Teil geht abseits der Metropolen.
2. Die Förderung ist fair auf viele Antragstellende verteilt.
Es gibt vergleichsweise wenige Antragstellende, die von mehr als einer Förderung im Jahr profitieren. Nur zwei Antragstellende erhielten jeweils vier Förderungen, vier Antragstellende jeweils drei Förderungen, 20 Antragstellende jeweils zwei Förderungen. Ganze 114 Antragstellende erhielten 2025 nur eine Förderung.
3. Hohe Fördersummen sind vergleichsweise selten.
Über 50 % der Fördersummen liegen im vierstelligen Bereich oder darunter. Mit großem Abstand am häufigsten vertreten sind Summen von 1000€ – 5000€. Summen über 10.000€ finden sich vor allem bei der Konzeptionsförderung, Festivals, größeren Projekten oder der Kombination mehrerer Förderprogramme.
4. Projektförderung und Gastspielförderung überschneiden sich kaum.
Unsere größten Förderprogramme überschneiden sich nur vier Mal. D.h. nur vier Antragstellende haben im gesamten Jahr sowohl Projektförderung als auch Gastspielförderung erhalten. Die beliebteste Kombination ist Projektförderung und Wiederaufnahmeförderung.
5. Es gibt hohen Bedarf nach Förderung – die Zusagequote ist deutlich unter 50%
In den beiden beliebtesten Förderprogrammen ist die Zusagequote um die 40%, bei der Konzeptionsföderung sogar nur 13%. Heraus sticht die Wiederaufnahmeförderung mit einer Zusagequote von 79% – diese fördert allerdings auch recht spezifische Fälle. Derzeit entwickeln wir unsere Förderprogramme weiter. Aus unserem derzeit kleinteiligen Portfolio sollen drei Förderlinien werden: mehrjährige Förderung, ergebnisoffene Künstler*innenförderung und niedrigschwellige Zuschussförderung. Wir halten euch auf dem Laufenden!
*Zur Vereinfachung der Ergebnisse wurden Gastspiel- und Aufführungsförderung zusammengelegt.
**Die Ensembleförderung wurde aus den Daten ausgenommen